Stefan Auf der Maur

Schweiz, *17.6.1979

Malerei, Objektkunst

Stefan Auf der Maur ist in Luzern aufgewachsen, wo er nach der Schulzeit 1999 den Vorkurs an der Fachhochschule für Gestaltung und Kunst besucht. Im Anschluss absolvierte er bis 2004 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich die Ausbildung zum wissenschaftlichen Zeichner. Danach zog er nach Basel, wo er seither als freier Grafiker, Zeichner und Künstler lebt und arbeitet.

Als wissenschaftlicher Zeichner ist er es gewohnt, die Dinge genau wiederzu­geben. Gleichwohl entspricht es wohl seiner Arbeitsweise, der Sache genau auf den Grund zu gehen und so Elementarteilchen aufzuspüren und sichtbar zu machen, an denen andere achtlos vorbeigehen. Mit seiner Malweise, oft in Öl auf Leinwand, die er virtuos beherrscht, führt er eine schöne Tradition der Portrait- und Szenenmalerei alter Schule auf eine moderne Weise weiter.

Mögen seine Werke auf den ersten flüchtigen Blick nur anrührend schön wir­ken, so bemerkt der aufmerksame Betrachter die vielschichtige Auseinander­setzung des Themas, die der Künstler geleistet hat. In einem ersten Zyklus entstanden Porträts von Stofftieren, die bei einer ersten, flüchtigen Betrach­tung Heiterkeit auslösen. Erst bei genauem Hinsehen eröffnen sich die male­rische Tiefe und die Doppelbödigkeit, die den scheinbar banalen Sujets inne­wohnt. In einem anderen Malzyklus beschäftigte sich Stefan Auf der Maur mit dem Horten (englisch hoarding): das Sammeln und Anhäufen von wertvollen oder lebenswichtigen Sachen und ganz speziell mit dem «animal hoarding», einem masslosen ansammeln lebender Tiere in den eigenen Wohnräumen.

Stefan Auf der Maur bewegt sich mit seiner Maltechnik in einem Zwischenbe­reich: seine Bilder sind weder völlig gegenständlich noch gänzlich abstrakt. Sie haben beide Komponenten in sich, genauso wie verschiedenen Aussagen in die Bilder eingeschrieben sind. Bei einigen Porträts sind auf dem Malgrund die einzelnen Pinselstriche, Mischungen und Konturen sichtbar und entfalten erst aus der Distanz ihre volle Wirkung. Andere Werke baut er systematisch auf, grundiert den Träger, übermalt und schleift Farbschichten ab, lasiert die­se, um sie entsprechend der alten Maltradition schliesslich mit Firnis zu über­ziehen – womit die bekannte Wirkung von Tiefe und Konzentration entsteht.

 

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