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Abbia - Spielsteine

Abbia ist ein beliebtes Glücksspiel. Es wurde und wird zum Teil noch heute von den Waldlandbewohnern Südkameruns gespielt, die gemeinhin als Beti bezeichnet werden, genau jedoch zu einer Vielzahl kleiner Ethnien, die ethnologisch den Fang, den Duala oder der Graslandgruppe zuzuordnen sind.

Gespielt wurde um ein Säckchen Erdnüsse, eine Kalebasse voll Palmwein, ein paar Schafe, eine ganze Farm und sogar um Kinder und Frauen so soll ein passionierter Abbia-Spieler um Namedjap-Esseng im Laufe seiner «Karriere» 97 Frauen gewonnen haben, andere haben sich in die Sklaverei gespielt. Manche Häuptlinge spielten gelegentlich nicht nur um Ihre Autorität, sondern auch um Krieg und Frieden ein Umstand, der die damaligen deutschen Kolonialbehörden veranlasste, das Spiel zu unterbinden. Angeblich wurde das Abbia, das besonders im Umkreis der heutigen Hauptstadt von Kamerun, Yaoundé, gespielt wurde, etwa um 1895 verboten, und die Spielsteine mussten abgeliefert werden.

Abbia Spielsteine (Dokumentation als pdf)

 

Das Prinzip ähnelte dem «Kopf- oder Adler»-Münzspiel, nur dass statt der zu werfenden Münze ein Kalebassenstück (Ewondo: «sa», Pl. «besa») verwendet wurde. Wie das «sa» fiel, so hatten auch, die aus gespaltenen Nussschalen (mimusops congolensis) gewonnenen und meist fein geschnitzten Abbia-Steine (Ewondo: «mvia», Pl. «mimvia»), verloren oder gewonnen. Die Regeln sind jedoch nach Gegend verschieden, und statt des Kalebassenstücks wurden gelegentlich auch nicht gravierte Abbia-Steine verwendet.

Es gibt zwei verschiedene Grössen von Abbia-Steinen: Die grösseren sind auf der Aussenseite meist mit geometrischen Mustern oder kurvlinearen Ornamenten versehen und weisen oft kleine, eingebohrte Löcher auf die Erkennungsmarken der Eigentümer. Die kleineren dagegen haben sehr fein gearbeitete Gravuren, die Tiere, Menschen und Gegenstände, aber auch Symbole (Weg, Wasser etc.) oder erotische Motive zeigen. Etwa seit den 70er Jahren werden die Abbia-Steine in grosser Zahl nach geschnitzt.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Karl-Ferdinand Schaedler «Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur» (ISBN 3-7814-0374-2)

© Galerie HILT AG Basel, 2006 / cr


Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Objekte nicht mehr erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.


 

 

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