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Postimpressionismus |
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Giovanni Segantini Le cattive madri, 1894 |
Postimpressionismus ist ein Begriff, der anlässlich einer Londoner Ausstellung, die im Jahre 1910 stattfand, geprägt wurde. Dort wurden Werke von Malern gezeigt, die sich von bestimmten Aspekten des Impressionismus distanzierten. Die Künstler selbst verwendeten die Bezeichnung allerdings nicht. Die Maler, die wir heute als Postimpressionisten bezeichnen, verehrten die traditionell anerkannten großen Meister, vor allem die der Renaissance. Manche von ihnen standen in enger Verbindung zu den Impressionisten, stellten gemeinsam mit ihnen aus und schätzten insbesondere deren neue Ansätze bei der Verwendung von Farbe und Licht. In der Praxis wirkte sich dieser Einfluss so aus, dass die Postimpressionisten die Farbe als formgebendes Gestaltungsmittel nutzten, mit dem sie die Struktur ihrer Gegenstände zum Ausdruck brachten. Es überrascht nicht, dass die postimpressionistischen Maler, die im Süden Frankreichs lebten, kräftige Farben benutzten. Ein Maler beschrieb das, was er um sich herum sah, als «rote Dächer über einem blauen Meer». Die Wirkung des Sonnenlichts war so intensiv, dass die Silhouetten der Gegenstände nicht nur in Schwarz und Weiß, sondern farbig erschienen. Die postimpressionistischen Maler schilderten hauptsächlich Motive aus dem zeitgenössischen Gegenwartsleben und dem Großstadtmilieu. Dazu gehörten Theater- und Ballettszenen ebenso wie Pferderennen oder das Leben in den Cafes. Diese Sujets, die bereits zu den Hauptthemen der Impressionisten gehörten, lassen in der Präsentation nun jedoch eine stärkere sozialkritische Stellungnahme seitens der Künstler erkennen. Die scheinbare Spontaneität, die die Gemälde ausstrahlen, verschleiert häufig die Tatsache, dass viele der Arbeiten tatsächlich im Atelier entstanden und nach vorbereitenden Skizzen gemalt wurden. Die Pentimenti (ital. sichtbare Korrekturen) belegen, mit welcher Sorgfalt die Künstler arbeiteten.In einigen Arbeiten spiegelt sich sowohl der Einfluss japanischer Drucke als auch der zeitgenössischen Fotografie wider. So waren viele Postimpressionisten begeisterte Fotografen. Dies erklärt auch ihre Vorliebe für ungewöhnliche Blickpunkte, ausgefallene, häufig asymmetrische Kompositionen und bewusst freigehaltene Flächen im Bildraum. Auch hier entsteht oft der trügerische Eindruck, die Komposition sei spontan und ungeplant. Einige Maler wie beispielsweise Edgar Degas, arbeiteten mit verschiedenen Maltechniken, dazu gehörten die Gouache-, Ei-Tempera- und Pastellmalerei. Darüber hinaus experimentierten sie auch mit Drucken und betätigten sich als Bildhauer. Zahlreiche Gemälde der Postimpressionisten weisen bereits Merkmale auf, die typisch für die Malerei des Expressionismus werden sollten, dazu gehören etwa die unruhige, abgehackte Pinselarbeit sowie der kompakte Farbauftrag.
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