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Daniel Spoerri (*1930) Daniel Spoerri wurde am 27.3.1930 in Galati/Rumänien geboren. Er war der älteste Sohn von Isaak Feinstein, eines zum Protestantismus konvertierten jüdischen Buchhändlers, der als Missionar in Galati tätig war. 1939 wurde sein Vater deportiert, aber erst 1941 erfuhr man von seinem Tode. Die Mutter, als geborene Spoerri aus der Schweiz, konnte 1942 mit ihren sechs Kindern ausreisen, und Daniel kam in die Obhut eines Onkels in Zürich. Er war ein schlechter Schüler und ab 16 Jahren begann er verschiedene Lehren, Anstellungen und Weiterbildungen, bis er Max Pfister-Terpis kennenlernte, der ihm zu einem Stipendium an der Schule für klassischen Tanz in Zürich verhalf. Es folgten Jahre in Paris, Bern und Darmstadt, wo er nicht nur tanzte, sondern auch Bühnenstücke inszenierte.
Neben dem Tanz, der Regie und dem Kochen – eine Zeitlang hatte er in Düsseldorf ein Restaurant - widmete sich Daniel Spoerri auch der Malerei, plastischen Arbeiten und Aktionen. Er lernte Tinguely, Luginbühl, Roth und viele andere Künstler kennen, mit denen er die Idee des «Multiple» entwickelte. Immer wieder sollte er mit anderen Künstlern zusammen arbeiten.
Wie seine Freunde schloss er sich dem «Nouveau Réalisme» in Paris an und wurde einer ihrer Hauptvertreter. 1960 entstanden die ersten «Fallenbilder», in denen er die Spuren von geselligen Essen verewigte. Die Bilder entstanden durch das Fixieren der zufälligen Essensreste und Requisiten auf den Tischplatten, die er dann von der Horizontalen in die Vertikale eines Tafelbildes überführte.
1966/67 lebte er auf der griechischen Insel Symi, wo er aus Angeschwemmtem und Gefundenem die «Zimtzauber-Konserven»-Objekte schuf. 1968 gab er eine «Eat-Art»-Edition heraus, in der sich auf humorvoll-ironische Weise die neodadaistische Identifikation von Kunst und Leben manifestierte. In seinen «Wortfallen» setzte er auch sogenannte «geflügelte Worte» in Reliefs um. Nachdem er sich von 1972-79 wieder mehr dem Theater und mit dem Essen verbundenen Kunst-Aktionen zugewandt hatte, erhielt er Aufträge für die Gestaltung von Bühnenbildern, und von 1976-89 übte er verschiedene Lehrtätigkeiten an den Kunsthochschulen in Köln, Wien und München aus. In den 80er Jahren entstanden auch «Flohmarktbilder», «Künstlerpaletten» und Teppiche.
1989 erwarb Spoerri und seine Ehefrau Katharina Duwen ein Gut in Seggiano, wo nach Jahren des Umbaus ein Skulpturenpark, «Il Giardino», entstand.
Diverse Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland, seine Werke finden sich weltweit in Museen und Privatsammlungen.
Quelle: Reclams Künstlerlexikon, DuMont’s Künstlerlexikon; «Daniel Spoerri» Biographie und Werk, Prestel Verlag München, 1998
© Copyright Galerie HILT AG, 1999/ab
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