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Shoot-it-yourself-picture, 1954

Gips auf Holz, Farbbeutel

72 x 54 x 7 cm

E49

Edition Matt

Multiple, Auflage 100 Expl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Niki de Saint Phalle (1930 - 2002)

Sie wurde am 29.10.1930 in Neuilly-sur-Seine geboren und starb am 21. Mai in Kalifornien (USA) im Alter von 71 Jahren.

 

Im Jahr ihrer Geburt verlor ihr Vater, ein Angehöriger des französischen Uradels und Investmentbankier in Manhatten, sein gesamtes Vermögen beim Börsenkrach. Die Atmosphäre im katholischen Elternhaus war erstickend, verlogen und gewalttätig. Sie besuchte eine Klosterschule in New York, heiratete sehr jung den amerikanischen Schriftsteller Harry Mathews und hatte bereits mit 21 Jahren zwei Kinder.

 

1952 zog sie mit ihrem Mann nach Paris, wo sie die Schauspielschule besuchte und zu malen begann. Entscheidend für ihren künstlerischen Werdegang war das Zusammentreffen mit Jean Tinguely. Sie verliess ihren Mann und die Kinder, um sich der Gruppe um Tinguely anzuschliessen.

 

In Reliefs aus Messern, Beilen, Scheren, Scherben und Pistolen gelang es ihr, ihren lange unterdrückten Aggressionen symbolischen Ausdruck zu verleihen. Sie schloss sich den «Nouveaux Réalistes» an und begann, ihre weissen Reliefs mit Farbbeuteln und Sprühdosen zu füllen, attackierte sie anschliessend mit einem Gewehr. Beeinflusst von der Pop-Art und inspiriert von Reklame- und Spielzeugpuppen, kreierte sie den Prototyp der «Nana-Figuren», die die feministische Revolution auf beschwingt-ironische Weise begleiten sollten.

Zuerst entstanden lebensgrosse Puppen, deren Drahtkörper mit Tüchern und Spielzeug behängt wurden. Später verwandelten sie sich in überlebensgrosse Polyesterfiguren, die sie in leuchtenden Farben bemalte, und die in der Form an prähistorische Fruchtbarkeitssymbole erinnern. Die künstlerische Symbiose mit Tinguely äusserte sich etwa im gemeinsam gebauten begehbaren Skulpturen und Kinderhäuser, in der Riesen-Nana «Hon» für das Moderna Museet in Stockholm und im Strawinsky-Brunnen im Centre Pompidou in Paris.

1978 verwirklichte sie ihren Traum, in der südlichen Toskana bei Garavicchio aus 22 Tarot-Figuren einen Park zu gestalten. Er wurde 1997 eingeweiht.

 

Das trockene Klima Kaliforniens wurde für die Heilung ihrer Lungen empfohlen, die von den chemischen Ausdünstungen ihrer Polyesterfiguren verätzt worden waren.

 

In San Diego entstanden die «Skinnies», zweidimensionale Luft-Skulpturen, die den Umriss einer Figur als blosse Kontur nachzeichnen. Zwischen 1980-90 realisierte sie u.a. ein Buch über AIDS, das sie ihrem Sohn widmete (AIDS: You Can’t Catch it Holding Hands, 1987).

 

Für eine Ausstellung in Glasgow schuf sie eine grosse Figur des Loch Ness Monsters. Ein weiteres Projekt war eine «Arche Noah» für einen Park in Jerusalem, dass in Zusammenarbeit mit Mario Botta (Schweizer Architekt) realisiert wurde.

 

Ausstellungen wurden in der ganzen Welt realisiert. Museen und Sammler erwarben ihre Werke.

 

 

 

 

 


Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.


 

 

 

Quelle/n

 

Kunstzeitschrift «art» 10/99, Reclams Künstlerlexikon, Artikel Basler Zeitung vom 27.9.2001

 

 

 

© Copyright Galerie HILT AG, 2001/ab-tr

 

 

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