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Alfredo
Pauletto (1927 - 1985)
Alfredo
Pauletto wurde am 19. Oktober 1927 in Bischofszell geboren und kam 1932 nach
Basel. Von 1942-47 besuchte er die Grafik-Fachklasse der allgemeinen Basler Gewerbeschule und bildete sich als Grafiker aus. Bewusst wählte Pauletto die
Gebrauchsgrafik als Broterwerb, um daneben - aber nicht nebenbei - ungehindert
und frei malen zu können.
Sehr
früh schon erhielt Pauletto Auszeichnungen für seine Werke angewandter Kunst,
1958 wurden die frei geschaffenen Bilder erstmals der Öffentlichkeit
vorgestellt, und bereits 1960 hiess es: «So stellt die Galerie Hilt
gegenwärtig einen jungen, in Basel ansässigen Maler aus, dessen Bilder es
verdienen, einer weiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht zu werden.»
gb, National-Zeitung, Februar 1960
Paulettos
Kunst wurde häufig der «peinture informelle» zugeordnet, andere Kunstkritiker
sahen eher Ablehnungen beim Fauvismus Dufys oder bei den Tachisten Mathieu und
Buri. Als unentwegt Suchender entwickelte er sich zu einem der facettenreichsten
Schweizer Maler, der die unterschiedlichsten Stilrichtungen und Techniken
meisterhaft beherrschte: Öl-, Aquarell- und Gouachemalerei, Zeichnungen in
Bleistift, Kohle und Tusche, Radierungen, Spachtelbilder, Fresko und Sgraffito,
verschiedene Mischtechniken und die bereits erwähnte, von ihm entwickelte Teer-
und Sandtechnik in Öl. Frei zog er die ihm passenden Register, um seinen ihm
eigenen künstlerischen Ausdruck zu erreichen. Trotz dieser Bandbreite vermied
er die oberflächliche-belanglose Spielerei - Helmi Gasser schrieb im März 1960
in der NZZ:
«Pauletto (...) bleibt allem bloss Hektischen fern und hält
sich den Weg zu echter Vertiefung frei.».
Einige
bevorzugen die Bilder, bei denen er sich einschränkte und eher sparsam mit
Farbtönen umging, andere lieben gerade seine bunten, lebensfrohen Werke.
Gelungen sind sowohl die «Orchesterbilder» wie auch die «Samuraïs» oder die
abstrakten «Flugbilder». Theo Eble rühmte seine Landschaften, und Walter
Bodmer lobte die gezeichneten Portraits. Allen Werken gemeinsam ist Paulettos
kraftvolle, eigenwillige Aussage, die geprägt ist von einer ungemeinen Spannung
- vielleicht Ausdruck des Gegensatzes zwischen seiner südländischen Abstammung
und seines vom Norden geprägten Lebens. Paulettos künstlerische Qualität
liegt wohl gerade in dieser ungewöhnlich breit gefächerten und gleichwohl
tiefgründigen, vielschichtigen Sprache.
Alfredo
Paulettos Spätwerk ist geprägt von Themen wie Leiden, Abschied, Tod und
Apokalypse: In seinen letzten Lebensjahren gab es kaum eine Krankheit, die er
nicht durchlitt, doch entwickelte er gerade in schweren Zeiten
aussergewöhnliche Kräfte und malte sich seine Schmerzen und Ängste von Leib
und Seele. Die «Totentanz»-Reihe mit ihren dunklen Bildern gehört zum Besten
seiner Kunst.
Cioma
Schönhaus schrieb in der Basler Zeitung vom Januar 1986:
«Einer der
begabtesten, aber nie in seiner Bedeutung erkannten Basler Kunstmaler ist
gestorben.» und schloss mit den Worten: «Alfredo Pauletto ist tot, und
es wird mich nicht wundern, wenn sein Name jetzt aufersteht.».
Er starb am 24. Dezember 1985 in Arlesheim.
©
Copyright Galerie HILT AG, 2000 / cr
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Ausstellungen
und Preise
1949 + 1957 Preis Staatl. Kunstkredit
1960 + 1961 Eidg. Kunststipendium
Ausstellungen
Galerie HILT: 1960, 1961, 1997
1958
Galerie d'art Moderne, Art vivant, Basel
1959 Osaka, Osaka, Kyoto Galerie,
Kyoto, Isetan Dept. Store, Tokyo
1962 Kunstverein, Olten
1963 Galerie Knöll,
Basel
1975 Basler Künstler in Seltisberg
1976 Stadthaus, Zürich, Galerie
Atrium, Reinach/BL
1978/80 Galerie zur Löwenschmiede
1983 Galerie Landhaus
bei Zürich
1987 Berowergut, Riehen
1992 Galerie Simone Gogniat, Basel,
Gymnasium Bodenacker, Liestal
1996 Deloitte Touche Tohmatsu Int., Basel
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