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Hyde Park Corner, 1960er Jahre

Öl auf Holz

E87   56 x 39,5 cm

 

 

 

Bénédiction des enfants, 1956

Öl auf Holz

E875   49 x 61 cm

 

 

A la Memoire des nos

chers Martyrs, 1969

Öl auf Leinwand

E287   45 x 37 cm

 

 

 

Chanukka, 1970er Jahre

Farblithographie

Auflage: 77 Exemplare

Edition Galerie HILT Basel

E486   59 x 43 cm

 

 

Moshe Maurer (1891-1971)

Er wurde am 25.6.1891 in Brody in Ostgalizien, Kaiserreich Österreich Ungarn (heute Ukraine), geboren und starb 1971 in London.

Moshe Maurer wuchs in Brody, einer kulturell typisch jiddisch geprägten Stadt – mit über 90% jüdischem Religionsanteil – nahe der russischen Grenze auf. Sein Vater besass eine Bürstenfabrik und war sehr wohlhabend. Seine Eltern erzogen ihn nach den strengen Regeln der Orthodoxie und des Chassidismus (hebr. die Frommen).

Moshe Maurer lebte in einer Welt, die vom Talmud geprägt war. In seiner Jugend wollte er Geiger werden, doch seine Eltern liessen dies nicht zu. Sie zerbrachen seine Violine, die er sich von seinem Erspartem gekauft hatte. Gemäss elterlichem Wunsch sollte er den Familienbetrieb weiterführen. Aus Protest begann er heimlich, Novellen auf jiddisch zu schreiben.

Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges floh die Familie nach Budapest. Moshe selber immigrierte 1914 in das neutrale Holland, wo er für seinen Vater als Handelsvertreter arbeitete. Er lernte seine Frau Esther kennen. 1920 heirateten sie in Antwerpen, wo sie bis 1940 blieben.

Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges floh die ganze Familie Maurer nach London. Hier gründete Moshe Maurer eine Werkstatt, die Malerpinsel herstellte. Nach Kriegsende musste er die Fabrik krankheitshalber schliessen.

Im Jahr 1950, bereits 60-jährig, fing er plötzlich an zu malen, um seinem Leiden einen Ausdruck geben zu können. Seine drei Söhne nahmen seine Malerei nicht ernst, vielmehr dachten sie, ihr Vater sei geistig verwirrt. Doch Moshe Maurer malte unbeirrt weiter. Seine Frau unterstütze ihn und spornte ihn an. Das Trauma der Emigration und sehnsuchtsvolle Phantasien von einer alten biblischen Vergangenheit waren seine Themen. Kunstkenner und Galeristen rieten ihm, in seinem naiven Stil weiter zu malen, sich nicht durch andere Stilrichtungen beeinflussen zu lassen.

Als seine Frau am 12.2.1962 starb, geriet Moshe Maurer in eine tiefe Melancholie. Er verbrachte Monate in Einsamkeit und konnte kaum mehr malen. Doch dank seiner Kunst keimte schliesslich neue Lebenslust, indem er sich seine eigene Welt erschuf, seinen eigenen Garten Eden.

Moshe Maurers Ölbilder sind in satten Farben gehalten. Sie zeigen Ereignisse des jüdischen Alltags und religiöser Feierlichkeiten, wie z.B. das Chanukka-Fest, die Erinnerung an die Erbauung des makkabäischen Tempels 165 v. Chr. Die dargestellten Geschichten aus den jüdischen Ghettos von Galizien sind von einer unergründlichen Magie erfüllt. Die Bilder sind nie folkloristisch, aber voller Melancholie und Träume einer längst versunkenen Welt. Die Aquarelle sind durchsichtiger und leichter, wirken so, als versuchten sie, das verlorene Paradies der alten Heimat wieder auferstehen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

Ausstellungen in der Galerie HILT: «Moshe Maurer», 1965.

 

Quellen: Ben Uri Gallery, London; Dokumentationen Galerie HILT

 

© Copyright Galerie HILT AG, 2004/ab-tr-cr

 

 


Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.


 

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