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Herbert Leupin (1916 – 1999) Geboren wird Herbert Leupin am 20. Dezember 1916 in Beinwil am See. Seine Kindheit verbringt er in Augst (BL). Nach Abbruch des Gymnasiums tritt der Jugendliche in die Allgemeine Kunstgewerbeschule in Basel über, sein Berufsziel lautet Grafiker. Den Entscheid das Gymnasium abzubrechen und statt dessen die Kunstgewerbeschule zu besuchen, der in Absprache mit seinen Lehrern und seinen Eltern gefällt wird, befreit Herbert Leupin von seiner langjährigen schulischen Quälerei. Nach der dreijährigen Ausbildung beschliesst der 18-jährige Herbert sich der praktischen Arbeit zuzuwenden und tritt zum unbezahlten Volontariat ins Atelier von Hermann Eidenbenz ein, wo er rund neun Monate lang arbeitet. Kurz darauf, mit einem Stipendium von 200 Franken pro Monat in der Tasche, bricht Herbert Leupin für ein Jahr nach Paris auf. Dort besucht er die Colins Privatakademie des gleichnamigen Plakatkünstlers, Grafikers und Bühnenausstatters Paul Colin (1892 –1985). Er nimmt an einem lokalen Nachwuchswettbewerb teil, wo es darum geht das Signet einer Handelsmesse zu entwerfen. Herbert Leupin erschafft einen stilisierten Merkur in Nadelstreifen der telefoniert. Mit dieser Arbeit gewinnt er den zweiten Preis und eine Prämie von 2000 Francs. Es ist sein erstes selbst verdientes Honorar und er investiert es sogleich in ein grandioses Atelierfest. Starke künstlerische Eindrücke empfängt Herbert Leupin sowohl von Paul Colin, als auch von dessen stärksten Rivalen Adolphe Jean-Marie Mouron, den alle Welt nur unter seinem Künstlernamen Cassandre kennt. Nach Ablauf des Pariser Jahres, muss Herbert Leupin wieder zurück nach Augst: sein Stipendium ist zu Ende und die Rekrutenschule wartet schon auf ihn. Doch die militärische Karriere ist kurz und ruhmlos: Herbert Leupin lässt sich nach nur wenigen Wochen ausmustern. 1936 tritt der 20-jährige Herbert Leupin eine Stelle bei Donald Brun als Grafiker an, aber bereits nach weniger als einem Jahr kündigt er diese und beschliesst, sich selbständig zu machen. Sein erstes Atelier richtet er im Dachgeschoss des elterlichen Wirtshauses ein; ein Telefon kann sich der junge Unternehmer nicht leisten.
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Der Notenständer für Coca Cola, der Pepita-Papagei oder die Circus-Knie-Plakate mit dem berühmten Knie-Clown gehören genauso zu den bekannten Arbeiten Herbert Leupins. Die Grundidee für den Knie-Clown entsteht auf dem Skizzenblock während des ersten Anrufs von Fredy Knie: der Harlekin, der die vier Buchstaben des Markennamens auf seinem Knie jongliert und damit in jeder Sprache der Welt und in der Dauer eines Lidschlags mit Charme und Genauigkeit zugleich kommuniziert, was den Betrachter im Circus erwartet. Herbert Leupin wirbt vor allem für einfache, wenig erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen: Kernseife, Mineralwasser, Zigaretten, Dauerwürste, Schuhe. Der vielseitige und multitalentierte Herbert Leupin befasst sich mit vielem, und doch zieht sich ein Motiv durch sein ganzes Schaffen: Pierrot. Auch als Maler stellt er ihn in allen Facetten dar: poetisch, hintergründig, komisch, oft auch einsam. Das ist nicht der Hanswurst, es ist nicht der Narr des Sebastian Brant, es ist auch nicht der Clown. Es ist die etwas lunatische Figur des unmittelbar fühlenden, kindlich empfindsamen Menschen, eine so verletzliche Seele, dass sie die Einsamkeit in der Gesellschaftsmanege schon lange auszuhalten gelernt hat und sich sogar daran freuen kann, wenn Eindrücke sie überwältigen. Herbert Leupin stirbt am 21. September 1999 im Alter von 83 Jahren in Basel.
Quelle: Dokumentation Galerie HILT; div. Zeitungsartikel vom 24.9.1999
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