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«Jüngling mit Blume», um 1902

Bleistift, Tusche, Öl auf Papier

Bildgrösse: 42 x 29,5 cm

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Ferdinand Hodler (1853 - 1918)

Er wurde am 14.3.1853 in Bern geboren und starb am 19.5.1918 in Genf.

Der Berner Tischlersohn wuchs in traurigen Verhältnissen auf: Als Ältester von 6 Kindern verlor er durch die Schwindsucht, die im Armenmilieu grassierte, all seine Geschwister und seine Eltern.

Mit 14 Jahren war er bereits Vollwaise. Er hatte Flachmaler gelernt, bevor er zu einem Veduten-Maler in Thun in die Lehre gehen konnte.

 

Völlig mittellos ging er nach Genf, wo er sich als Schildermaler versuchte, und den Maler und Lehrer Barthélemy Menn, einen Schüler von Ingres und Freund von Corot kennenlernte. Dieser fortschrittliche und gebildete Kunstpädagoge nahm ihn unentgeltlich als Malschüler auf und vermittelte ihm während 6 Jahren eine umfassende theoretische und praktische Ausbildung, durch die er sein eigenes Selbst- und Weltbild als Künstler entwickeln konnte.

 

Er ging in seiner Kunst von Menn aus, wurde von Corot und Courbet beeinflusst. Auch bewunderte er Holbein und wurde durch eine Reise nach Madrid von den Werken Verlasquez‘ im Prado nachhaltig beeinflusst. Er entwickelte einen kräftigen realistischen Stil, bis er sich mit dem Bild «Die Nacht» (1889/90) endgültig vom Naturalismus löste und zu einem flächenhaften symbolistischen Stil gelangte, der von intensiver Ausdruckskraft war. Mit seinen oft melancholisch anmutenden, mystischen und der Schönmalerei entgegengesetzten Werken stiess er auf heftigste Kritik und wurde von Kritikern und der damaligen Avantgarde in der Zeit des herrschenden Impressionismus als «rückständig» bezeichnet.

 

Als er 1991 in Genf «Die Nacht» (1889/90) ausstellen wollte, wurde er abgelehnt, obwohl er an einer Ausstellung in München für das selbe Bild eine Goldmedaille erhalten hatte und an der Pariser Weltausstellung 1900 damit als Sensation gefeiert worden war. Es sollte noch Jahre dauern, bis er sich mit der Darstellung des ihm eigenen Weltbildes, mit seiner Belebung der historischen Malerei auch in der Schweiz endgültig durchgesetzt hatte, und nur dank zwei österreichischen Gönnern und seinem späteren Erfolg im europäischen Ausland wurde seine finanzielle Not gemindert.

 

Von seiner ersten Frau trennte er sich nach zwei Jahren Ehe, seine zweite Ehe blieb kinderlos, aber von zwei seiner Geliebten hatte er einen Sohn und eine Tochter.

 

Neben den historischen und allegorischen Werken berühren auch immer wieder seine wundervollen Berglandschaften in ihrer hellen, gläsernen Farbigkeit. Ebenso bedeutend sind die Porträts - neben Rembrandt war er wohl derjenige europäische Maler, der sich am häufigsten auch selbst porträtiert hat, und eindrucksvoll ist seine malerische Begleitung des langsamen Sterbens von Valentine Godé-Darel, seiner französischen Geliebten und Mutter seiner Tochter.

 

Vor allem im deutschsprachigen Europa fanden Ausstellungen statt und seine Werke sind in Museen und Sammlungen v.a. in der Schweiz, Deutschland und Österreich vertreten

 

 

 

 

 

 

Quelle/n

 

Reclams Künstlerlexikon, DuMont’s Künstlerlexikon; Grosse Maler, berühmte Bilder, Verlag Das Beste GmbH, 1967; Ausstellungskatalog Kunsthaus Zürich, 1977; Ausstellungskatalog Kunstmuseum Basel, 1979.

 

 

 

© Copyright Galerie HILT AG, 1999/kr

 

 

Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage.