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Camille Graeser (1892-1980)

Er wurde am 27.2.1892 in Carouge geboren und starb am 21.2.1980 in Wald bei Zürich.

 

Camille Graeser wurde zwar in Carouge geboren, wuchs aber in Stuttgart auf. Nach einer Schreinerlehre studierte er an der Königlichen Kunstgewerbeschule Möbelbau und Innenarchitektur. In seiner Freizeit malte und zeichnete er. Im Winter 1915/16 arbeitete er in Berlin als Möbelzeichner und trat der Gruppe «Sturm» bei.

 

Zurück in Stuttgart eröffnete er ein eigenes Atelier für Innenarchitektur, Werbegrafik und Produktegestaltung und nahm Malunterricht bei Adolf Hölzel. Seine erste Ausstellung hatte er 1918 im dortigen Kunsthaus Schaller. Im selben Jahr wurde er in den Deutschen Werkbund aufgenommen, an dessen Ausstellungen er regelmässig teilnahm. Er arrivierte zu einem der führenden Vertretern des Neuen Bauens und Neuen Wohnens im süddeutschen Raum und konnte 1927 in einem von Mies van der Rohe entworfenen Wohnblock in der stuttgarter Weissenhof-Siedlung eine Musterwohnung einrichten.

 

1933 verliess er Deutschland fluchtartig und liess sich in Zürich nieder. Da er dort kaum Arbeit fand, trug seine Frau Emmy Rauch, die er 1936 heiratete, wesentlich zum gemeinsamen Lebensunterhalt bei und er begann sich vermehrt künstlerisch zu betätigen. 1937 trat er der Vereinigung moderner schweizer Künstler «Allianz» bei und beteiligte sich an fast allen Ausstellungen von ihr, ab 1947 auch im Ausland.

Langsam stellte sich der Erfolg ein, er erhielt verschiedene öffentliche Aufträge für Wandreliefs und nahm als einziger Schweizer 1970 an der 10. Bienale von Saõ Paulo teil. 1972 erhielt er einen Ehrenpreis aus dem Kulturkredit des Kantons Zürich, 1975 den Kunstpreis der Stadt Zürich und 1977 folgte er der Einladung an die Documenta 6 in Kassel.

 

Nach längerer Krankheit starb Graeser 1980 in der Höhenklinik Wald.

 

Seine ersten Bilder und Zeichnungen standen im Zeichen des Kubofuturismus. Durch den Einfluss Hölzels entwickelte er von 1920 an einen kühnen abstrakten Expressionismus. Einige Jahre später ging er zu einem strengen, flächigen Purismus über, der von Oskar Schlemmer und Willi Baumeister beeinflusst war. Durch die Ausstellungen mit der «Allianz» entwickelte er allmählich mathematisch-geometrische Formen.

 

Ab 1940 beherrschten Flächeneinteilungen, gelegentlich auch Rotationen das Bild, dazu kamen Balkenkonstruktionen auf hellem Grund. Bei ihm entsprachen die Flächeninhalte immer auch gleichen Farbmengen. In seinem Spätwerk entstanden «Dislokation» oder «Translokation», grossflächige Kompositionen, auf denen ein oder mehrere kleine Quadrate sich aus einer Rolle oder einer Fläche lösen und in ein benachbartes Farbfeld ausbrechen und so die strenge geometrische Form entstehen lässt.

 

Neben Plastiken und Reliefs schuf Camille Graeser auch eine Vielzahl von Multiples und Serigrafien.

 

 

 

 

 

 

Ausstellungen in der Galerie HILT

 

1974 «Konkrete Kunst»

 

 

Quelle

 

 Reclams Künstlerlexikon; Schweizer Künstlerlexikon 1998

 

 

 

© Copyright Galerie HILT AG, 2000/ab

 

Zur Beachtung: es kann sein, dass abgebildete Werke nicht mehr im Angebot erhältlich sind. Aktuelle Angebote auf Anfrage. Besten Dank für Ihr Verständnis.


 

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