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Louis Soutter (1871 - 1942)

Er wurde am 4.6.1871 in Morges im Kanton Waadt geboren und starb am 20.2.1942 im Altersheim in Ballaigues, Jura.

 

Schon als Kind machte sich ein bemerkenswertes Talent für Malerei und Musik bei ihm bemerkbar. Er begann in Genf ein Architekturstudium, das er jedoch bald abbrach, um Geiger zu werden. Er zog nach Brüssel, wo er bei Eugène Ysaye Unterricht hatte, und auch während mehreren Jahren zusammen mit dem Geigenvirtuosen auftrat.

 

1894 kehrte er nach Lausanne zurück, um sich wieder der Malerei zu widmen. Seine Studien führten ihn erst nach Genf, und von dort aus nach Paris ins Atelier des Malers Benjamin-Constant. Er heiratete eine amerikanische Musikerin, mit der er nach Colorado Springs zog, wo er am College Malerei unterrichtete. 1902 verliess er Familie, Karriere und Reichtum und kehrte, allein und an Typhus erkrankt, in die Schweiz zurück. Erst hatte er noch die erste Geige im «Orchestre de la Suisse Romande» inne, sein sich stets verschlechternder Geisteszustand verunmöglichte ihm jedoch eine geregelte Arbeit. In einem Vagabundenleben schlug er sich während Jahren als Orchestermusiker, Geigenlehrer und Gärtner durch.

 

1923 wurde er als «Asozialer» von seiner Familie - gegen seinen Willen - frühzeitig in ein Altersheim in Ballaigues (Jura) gebracht. In seiner Einsamkeit und Verzweiflung flüchtete er sich in die Malerei und riss immer wieder aus, um bei Freunden zu wohnen. Über zehn Jahre malte er nur für sich, bis der Galerist Vallotton, der Maler René Auberjonois und Soutters Cousin Le Corbusier auf sein Werk aufmerksam wurden. In einer ersten Ausstellung in Vallottons Galerie 1935 stiess Soutters Werk auf Unverständnis und Spott. Le Corbusier widmete ihm 1936 in einer Ausgabe des «Minotaure» einen Artikel und organisierte eine grosse Ausstellung im Museum von Hartford (USA). 1937 folgte seine zweite Ausstellung bei Vallotton.

 

Das Hauptwerk, entstanden in Ballaigues, bricht vollkommen mit der konventionellen Malerei seiner früheren Bilder. Die sehr persönlichen, immer figurativ gehaltenen Bilder sind geprägt von Zerrbildern, zahllosen Metamorphosen und fantastischen Assoziationen, die der Logik des Traums folgen. Sein Stil ist von der römischen Wandmalerei und der Art Nouveau, mit der er in Paris in Kontakt kam, beeinflusst; er gilt aber auch als Vertreter der Art Brut. In den ersten Jahren im Altersheim füllte er Hefte mit Tuschzeichnungen, schuf später grossformatige Bilder in Öl auf Karton und malte, als seine Augen im Alter schlechter wurden, mit den Fingern.

 

Sein Werk wurde erst nach seinem Tod berühmt. Bilder von ihm sind im Musée cantonal des beaux-arts in Lausanne und in der Fondation Le Corbusier in Paris zu sehen.

 

 

 

 

 

Quelle/n

 

Dokumentation Galerie Bernard, Solothurn, 1965; Schweizer Künstlerlexikon, 1998

 

 

© Copyright Galerie HILT AG, 1999/ms

   
 

 


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