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Basler Zeitung, Donnerstag, 27. Mai 2004, Teil «Dreiland-Zeitung» - Renate Dürst
Die Biografie der Schweizer Malerin und Schriftstellerin Sonja Sekula (1918-1963) liest sich wie ein spannender Roman mit tragischem Ausgang: Als einzige Tochter eines ungarischen Geschäftsmanns und einer Schweizerin wuchs Sonja Sekula in grossbürgerlichen Verhältnissen auf, wodurch ihr schon früh der Zugang zu berühmten Malern und Schriftstellern ihrer Zeit ermöglicht wurde. In der Schweiz war es u. a. Klaus Mann, der in ihr die Liebe zur Dichtkunst weckte. Zu ihrem Freundeskreis in New York zählten später auch Maler und Zeichner wie etwa George Grosz, Roberto Matta, Robert Motherwell, Max Ernst und Yves Tanguy, deren Kunst der kaum zwanzigjährigen Frau entscheidende Impulse für ihr eigenes künstlerisches Wirken lieferte. -Jahre des obsessiven Schaffens und der regen Ausstellungstätigkeiten in renommierten New Yorker Galerien wie denjenigen von Peggy Guggenheim und Betty Parsons waren die Folge. Es war allerdings eine Zeit, in der sich schon erste Anzeichen psychischer Probleme bemerkbar zu machen begannen. Anfang der Fünfzigerjahre musste sich Sonja Sekula in verschiedenen Kliniken der USA und der Schweiz psychiatrisch behandeln lassen, bevor sie im April sie 1963 in Zürich ihrem Leben durch Selbstmord ein Ende setzte.
Die Galerie Hilt in Basel, die schon seit langem das vielseitige Werk der Künstlerin betreut, konnte durch Nachforschungen und Kontakte mit Sammlern Bildmaterial sowie das in Buchform erschienene literarische Oeuvre erneut zu einer interessanten Ausstellung zusammen tragen.
Die starken Einflüsse, denen die Künstlerin zeitlebens ausgesetzt war, manifestieren sich in den unterschiedlichsten Stilelementen. Die «éctriture automatique» der Surrealisten, die abstrakte, den innigen Bezug zur Gegenstandswelt jedoch wohl nie ganz aufgebende, hieroglyphische Bildsprache eines Paul Klee oder die spontanen, psychisch motivierten Form- und Farbentwürfe der abstrakten Expressionisten haben ihre Spuren in Sonja Sekulas grossen und kleinen, in unterschiedlichsten Techniken wie Öl, Gouache oder PapierCollage ausgeführten Arbeiten hinterlassen. Immer allerdings wusste die Künstlerin auf eine ganz eigene, innovative Weise Zeichnerisches und Sprachliches, Figuratives und Ungegenständliches zu verbinden, was in ihrer sprachschöpferischen Poesie und den eigenwilligen Wortbildern zum Ausdruck kommt. Angesichts dieser ungewöhnlichen Doppelbegabung drängen sich durchaus Vergleiche mit Künstlerinnen wie Meret Oppenheim oder Annemarie von Matt auf.