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Robert Indermaur (*1947)

Neugier

«An dem Punkt, wo uns die Neugier verlässt und uns die Idee, wissen zu wollen was hinter jener Wand ist, die uns die Sicht versperrt, schon gar nicht mehr in den Sinn kommt, haben wir mit diesem Leben nichts mehr zu tun. Wenn wir uns aber die Neugier erhalten können, werden wir immer neue Grenzen nicht nur kennenlernen, sondern auch überschreiten und in ganz neue Bereiche des Lebens vorstossen – davon handeln meine Bilder.» So schreibt der Künstler, Maler, Bildhauer und Grafiker in seinem Buch «People’s Park».

Der Bündner Künstler arbeitet projektorientiert und konzentriert sich jeweils auf eine spezifische Fragestellung. Mehrere Wochen, manchmal Monate oder gar Jahre erforscht er die vielfältigen Aspekte menschlichen Daseins in Raum und Zeit. In unserer schnelllebigen Zeit setzt er mit diesem Innehalten und der intensiven Zuwendung zu einem Thema einen Kontrapunkt und leistet so den wichtigen künstlerischen Beitrag um zum Nachdenken und Hinterfragen anzuregen.

Das aktuelle Thema, auf das sich Robert Indermaur einlässt, ist der Dialog. Der Dialog als erstes, ursprünglichstes aber auch modernstes und effektivstes oder gar einziges Mittel zum Erfahren und Begreifen dieser Welt. Dabei spielt der Mensch im Werk des Künstlers immer die Hauptrolle.

Anleitung zum Fliegen

Ein oft beleuchtetes Thema in den Werken von Robert Indermaur ist das Fliegen. Hierzu meint der Künstler: «Ich bin immer gerne geflogen – schon als kleines Kind. Ohne Maschine und ohne Luftpolster, ohne Fallschirm und ohne Schwimmweste. Das geht so (ich muss vorausschicken, dass es zum starten meist einen leichten Gegenwind braucht): Ich beuge mich also ganz leicht nach vorne in den Wind – bis ich den Widerstand spüre und der Wind mir sanft gegen Brust und Beine drückt und mir unter die Arme greift. Diese breite ich dann aus und mit einem leichten, nur aus dem Gelenk kommenden Wippen auf Füssen und Zehen,

mit einem gleichzeitigen, weichen Schwimmstoss der Arme nach hinten hebe ich vom Boden ab. Nun dienen die Beine und Füsse eigentlich nur noch als Ruder, mit denen ich Kurs halte, während ich mich kräftigen, aber immer weichen Bewegungen der Arme höher und höher schwinge. Und dann liege ich in der Luft, in der Weite der Winde und das Gefühl, das ich dabei habe, ist fast unbeschreiblich. Was unter mir liegt, ist ohne Belang. Ich fliege nicht, um irgendwo hinzugelangen, sondern um des Fliegens willen. Da, zwischen den Wolken, in der Leere des Raumes, fühle ich mich sicher und geborgen und sehr leicht und unendlich frei.»

                                                                             
   
 
 

Biografie

Robert Indermaur wurde am 9. Juni 1947 in Chur geboren. Er besucht die Schulen in Chur und absolvierte 1967 das Bündner Lehrerseminar. In den folgenden Jahren reiste er durch Europa, Asien und Afrika. Zwischendurch arbeitete er zum Broterwerb als Lehrer.

Mit seiner Frau und ein paar Freunden gründete er 1974 in Chur das erste Kleintheater in Graubünden (Klibühni Schnidrzunft), welches er während zehn Jahren leitete.

Seit den 1970er Jahren arbeitet Robert Indermaur ausschliesslich als freiberuflicher Künstler. Zuerst als abstrakter, dann als figurativer Maler und später auch als Bildhauer und Grafiker.

1977 gab er zusammen mit dem Graphiker Albert Brun sechs Ausgaben der satirische Zeitschrift «Das Ballhorn» heraus.

1989/90 verbringt er ein Jahr in Kalifornien/USA.

Robert Indermaur hat verschiedene Skulpturen und Wandbilder für den öffentlichen Raum geschaffen und Bühnenbilder für Theaterproduktionen gestaltet. Seine Werke sind in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz, Europa und den USA gezeigt worden.

 

 

 

 

 

 


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