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«Cotizaciones», 2002
Collage, Mischtechnik auf Karton
39.5 x 32 cm

«Knospe», 2000
Collage, Mischtechnik
49.7 x 44,7 cm

«Les trois circles», 1993
Collage, Mischtechnik, 49 x 67 cm
 «Bear & Bull»,
2001
Collage,
Mischtechnik, 56 x 44.5 cm
 «Asperges», 1995
Collage,
Mischtechnik, 40.2 x 57.2 cm
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Elsa Fendt «Rejac»
(1923 - 2003)
Malerei, Zeichnung, Collage
Auf der einen Seite ist Elsa Fendt eine typische Frau ihrer Zeit: Ehemann
und Familie haben Vorrang – ihre eigenen Talente und Sehnsüchte schlummern
lange Zeit, auch von ihr selbst unentdeckt, im Verborgenen. Andererseits
überrascht sie durch ihre selbstbewusste, eigenwillige, kommunikative und
vor allem unabhängige Art. Sie absolviert ohne grosses Aufheben eine
100-Stunden-Woche am «Barfüsserkiosk», ist Ehefrau und Mutter. Dazwischen
gelingt es ihr eigene Freiräume zu schaffen, in denen sie sich ihrer eigenen
Welt und der Malerei widmet. Im Laufe der Jahre wird ihr kreatives Arbeiten
immer wichtiger und schon bald nimmt die künstlerische Tätigkeit den ganzen
Freiraum in Anspruch.
Im Hause Fendt in Basel wird intensiv über das Weltgeschehen diskutiert
und man engagiert sich politisch. Zweiter Weltkrieg, Wirtschaftswunder,
Spanischer Bürgerkrieg, die 68er-Bewegung prägen das Zeitgeschehen. Zugleich
dominiert aber immer ein Thema: Die Kunst.
Elsa Fendt setzt sich offen und
kritisch mit den zeitgenössischen Strömungen auseinander, saugt die Kunst
geradezu in sich auf, wenn sie in Basel und ganz Europa Museen und Ausstellungen
besucht; hunderte von Kunstbüchern stapeln sich in ihrem Hause. Sie liebt die
klassische Moderne, besonders die Abstrakten, den Dadaismus und die russische
Avantgarde bis hin zu Beuys, Basquiat und Warhol. Sie ist eine ausgezeichnete
Handwerkerin und hat grosses gestalterisches Talent. Ihr Mann führt sie
schliesslich 1960 zur Malerei. Beide begeistern sich für Farben, Formen,
Strukturen, interessieren sich für die Entstehung der Malerei und deren
Ausstellung. Vermittlung zwischen Mensch und Kultur, der Stellenwert der Kunst
in der Gesellschaft sind weitere Fragen, die sie beschäftigen. Max weckt in Elsa
die Fantasie, und Elsa hält ihrerseits den verträumten Max auf dem Boden der
Realität.
Zunächst malt sie in Öl, später
kommen Gouache, Aquarell und Pastell dazu; in den siebziger Jahren etabliert
sich die Collage als ihre Haupttechnik.
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Ihre kreativen Leistungen bleiben
lange im Schatten der beruflichen Tätigkeit ihres Mannes – seinerseits viele
Jahre grafischer Berater für die Galerie Beyeler – und ihres Sohnes, der
mittlerweile zu einem erfolgreichen Kunstmaler avanciert ist.
Es braucht zwei Schicksalsschläge
– den Tod ihres Mannes und ihres Sohnes – bis dieses verborgene und über
Jahre hinweg gereifte künstlerische Potential nun endlich für das Publikum
einsehbar wird.
Ihre Bildkompositionen zeichnen
sich durch virtuose Kombinationen von Farbe und Material aus. Harmonische
Komposition von Formen und Farben, formale Schönheit und Eleganz bestechen
das Auge des Betrachters.
Biografische Notizen
Elsa Fendt, geboren 1923 in
Rümlingen, wächst in Binningen als einziges Kind eines Metallarbeiters und
einer pragmatischen, zupackenden Hausfrau ländlich-bürgerlicher Herkunft
auf. Mit 19 stellt sie sich ohne zögern ihrer unkonventionellen Liebe und
heiratet bald danach den um 15 Jahre älteren Grafiker Max.
Das erste Kind, René, wird
Kunstmaler; die Tochter, Jacqueline, Unternehmerin. Elsa Fendt führt über
zwanzig Jahre lang einen Kiosk in Basel. Anschliessend arbeitet sie lange
Jahre in einem Spezialgeschäft für Künstlerbedarf. Dort eignet sie sich
grosse Expertise und Kompetenz im Umgang mit künstlerischen Materialien an.
Sie lernt zahlreiche Künstler kennen.
Elsa Fendt ist seit 1983
verwitwet. 1995 stirbt ihr Sohn, der Kunstmaler René Fendt. Er wird nur 47
Jahre alt.
Elsa Fendt zeichnet und malt
unter dem Pseudonym «Rejac».
Nachtrag
Elsa Fendt verstarb kurz nach ihrer Ausstellung, nach kurzer und
heimtückischer Krankheit, am Sonntag, 21. Dezember 2003.
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